In diesem Artikel teile ich meine persönliche Erfahrung mit „Rich Dad Poor Dad“ von Robert Kiyosaki. Kein Hype, sondern meine ehrliche Einordnung der zentralen Gedanken.
Wenn du zuerst eine strukturierte Übersicht suchst, findest du hier meine ausführliche Rich Dad Poor Dad Zusammenfassung mit den 10 wichtigsten Lektionen.
Das Buch erschien erstmals 1997 und gilt bis heute als eines der bekanntesten Werke zur finanziellen Bildung.
Okay, „Rich Dad Poor Dad“. Man kommt ja quasi nicht dran vorbei. Jeder Finanz-Podcast erwähnt es. Jede Buchempfehlungsliste. Jedes zweite Gespräch übers Investieren. Irgendwann nervt das sogar ein bisschen, ehrlich gesagt.
Ich hab’s ewig vor mir hergeschoben. Große Versprechen auf Buchcovern machen mich eher misstrauisch als neugierig. Aber dann hab ich’s doch gelesen.
Und was soll ich sagen – ich war überrascht. Nicht weil es so wahnsinnig tiefgründig wäre. Eher das Gegenteil. Es ist simpel geschrieben. Fast schon zu simpel manchmal. Aber genau das macht es irgendwie aus. Und genau da liegt auch das Problem. Dazu gleich mehr.
Worum geht’s eigentlich?
Rich Dad Poor Dad ist ein Finanzbuch, das anhand zweier Vaterfiguren grundlegende Konzepte wie Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und unternehmerisches Denken erklärt.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie finanzielle Bildung langfristig Vermögen beeinflusst.
Im Grunde stellt Kiyosaki zwei Typen gegenüber:
- Seinen „armen“ Vater – studiert, guter Job, Beamtenmentalität, Sicherheit über alles
- Seinen „reichen“ Vater – Unternehmer, Investor, denkt in Chancen statt in Absicherung
Es geht gar nicht so sehr darum, wer mehr verdient. Sondern wie man über Geld denkt.
Der Kernsatz, der sich durchs ganze Buch zieht:
Reiche Leute arbeiten nicht für Geld. Sie lassen Geld für sich arbeiten.
Klingt erstmal wie so ein Spruch von einem Motivations-Instagram-Account. Ich weiß. Aber dahinter steckt schon ne echte Frage: Tausch ich einfach meine Lebenszeit gegen Gehalt – oder bau ich mir irgendwas auf, das auch läuft wenn ich mal nicht arbeite?
Keine leichte Frage. Aber ne wichtige.
Die eine Sache, die bei mir wirklich hängen geblieben ist
Was mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat, war die Unterscheidung zwischen Assets und Verbindlichkeiten. Kiyosaki macht das so runter:
- Ein Asset bringt dir Geld rein.
- Eine Verbindlichkeit zieht dir Geld raus.
Fertig. Mehr nicht.
Und trotzdem – ich hab echt ne Weile gebraucht bis ich das mal konsequent auf meine eigenen Sachen angewendet hab.
Beispiel: Ein Haus. Kann ein Asset sein. Kann aber auch einfach nur jeden Monat Geld fressen. Kommt nicht drauf an ob die Nachbarn neidisch sind, sondern ob’s unterm Strich plus oder minus macht.
Das hat bei mir schon was verändert. Nicht von heute auf morgen. Eher so schleichend. Aber ich guck mir Ausgaben jetzt anders an. Was bringt mir das hier eigentlich? Fließt da was zurück oder nicht?
Was ich gut fand
Also, was mir an dem Buch tatsächlich gefallen hat:
- Man muss kein BWL studiert haben, um es zu verstehen.
- Geld wird nicht abstrakt behandelt, sondern ziemlich greifbar
- Es stellt Sachen in Frage, die man halt einfach so übernommen hat – „mach ne Ausbildung, such dir nen sicheren Job, spar brav“
Ich bin damit aufgewachsen, dass Sicherheit das Wichtigste ist. Fester Job. Rente. Bloß kein Risiko. Das Buch hat mich nicht davon überzeugt, dass das alles Quatsch ist. Aber es hat mich dazu gebracht, das mal zu hinterfragen. Und allein das ist ja schon was wert.
Es sagt im Grunde: Setz dich mit deinen Finanzen auseinander. Übernimm Verantwortung. Denk mal unternehmerischer. Gute Impulse, find ich.
Was mich gestört hat
Aber ich will hier auch ehrlich sein. Das Buch hat Schwächen und die sind nicht klein.
Es wird massiv vereinfacht. Steuerthemen zum Beispiel – da streift er drüber als wär das alles easy. Ist es nicht. Risiken beim Investieren kommen teilweise so rüber, als gäbs die kaum. Und Unternehmertum wird dargestellt als müsste man nur den richtigen Schalter im Kopf umlegen. Naja.
Wer eine konkrete Anleitung erwartet, wird enttäuscht. Da steht nicht drin „mach erstmal das, dann das, dann das“. Gar nicht.
Für mich wars kein Handbuch. Eher so ein… Gedankenanstoß. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Für wen lohnt sich das Buch?
Meiner Meinung nach vor allem für:
- Leute, die gerade erst anfangen, sich mit Geld zu beschäftigen
- Angestellte, die merken, dass mehr Gehalt allein irgendwie auch nicht die Lösung ist
- Frauen (ja, ich sag das bewusst), die finanziell selbstständiger denken wollen
Eher weniger geeignet wenn du:
- Schon investierst und dich auskennst
- Konkrete Zahlen, Strategien oder Belege suchst
- Ein Buch willst, das dir genau sagt, was du tun sollst
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Hat das Buch mein Leben verändert?
Puh. Große Frage. Ich sag mal so: Nein, nicht über Nacht.
Aber es hat meine Fragen verändert. Und das klingt jetzt vielleicht nach wenig, ist es aber nicht.
Ich schau mir Ausgaben anders an. Ich bewerte Investitionen anders. Und ich schieb die Verantwortung für meine finanzielle Situation nicht mehr so leicht auf andere. Auf den Arbeitgeber, die Wirtschaft, die Politik – was man halt so macht.
Ist kein lauter Effekt. Eher leise. Aber er ist da.
Mein ehrliches Fazit
„Rich Dad Poor Dad“ ist nicht perfekt. An einigen Stellen hab ich die Augen verdreht, das geb ich zu. Manches ist zu glatt, zu simpel, zu „just do it“.
Aber. Es bringt dich dazu, über deine eigene Haltung zu Geld nachzudenken. Und das machen erstaunlich wenige Bücher so direkt.
Ich würd’s nicht als Finanzratgeber lesen. Dafür taugt es nicht. Aber als Denkanstoß – ja, auf jeden Fall.
Wenn du bereit bist, selber weiterzudenken … und nicht alles vorgebetet haben willst, kann das Buch echt was bewegen. Wenn du eine fertige Lösung erwartest, lass es lieber.
Kritik an Rich Dad Poor Dad
- Inhalte teilweise stark vereinfacht
- Unternehmerperspektive sehr dominant
- Konkrete Zahlen oder belastbare Belege fehlen
Rich Dad Poor Dad – häufige Fragen zum Buch
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